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Nützliche Kleinigkeiten

Krimskrams, an den man oft nicht denkt:

Trillerpfeife: Falls wirklich mal etwas passiert: so ein Teil ist tierisch laut!

Dünne Reepschnur - hilft bei gerissenen Schnür­sen­keln, Defekten am Ruck­sack u. ä.

Textilklebeband ist auch recht nützlich für Repa­ra­turen...

Klopapier: Es reichen ja normalerweise ein paar Blatt, man weiß ja nie. Aber: auch wenn's eklig ist: Papier nicht liegen lassen!

Plastiktüten zum Schutz von wasserempfindlichen Ge­genständen.

Karabiner: Ein oder zwei kleine Exemplare kann man immer gebrauchen, irgend etwas ist immer zu sichern...

Leatherman® oder ähnli­ches Miniwerkzeug: die Zange daran kann Wunder wir­ken.

Ministativ: Wer jemals versucht hat, schwer schnau­fend Tele­auf­nah­men oder Videos zu ma­chen, weiß, wie wertvoll so ein Teil ist.

Sonnencreme: Wird gern vergessen. Und da oben brennt's richtig!

Aschenbecher: Es gibt klei­ne für die Hosen­ta­sche, Bergsteiger las­sen keine Kippen zurück!

 

I ♥ HIBI aktualisiert: 02.04.09

Ratschläge?

Nein, ich habe nicht vor, hier einschlägige Literatur zu zitieren, zumal ich auch nicht mit allem ein­verstanden bin, was dort zu lesen ist. Um viele bergspezifische Tipps ranken sich Mythen und alt­hergebrachter Unsinn - ein paar Bemerkungen dazu findet ihr bei den Stories. Für Bergneulinge ist es schwer, die richtigen Ratschläge her­aus­zufiltern, und alte Hasen wissen sowieso, wo es lang geht. Meine Empfehlung kann nur lauten: «hört» gut in euch hinein und versucht, bei un­an­genehmen Erfahrungen (Muskelkater, Er­schöp­fung, Durst, Angst, Kälte­gefühl usw.) die Tour ehr­lich gedanklich nachzubereiten. Auch die besten Ratschläge erfahrener Bergsteiger bringen euch nicht mit Genuss auf die Kreuzspitze, wenn ihr nicht schwindelfrei seid.

Ich wende mich an diejenigen, die entweder ganz neu in den Bergen sind oder die bis jetzt noch nicht in den hochalpinen Bereich hinein­ge­schnuppert haben.

Grundsätzlich ist bei allen hier vorgestellten Tou­ren zu beachten, dass wir uns im Hochgebirge befinden, also auch bei den so genannten leichten Touren immer mit typisch alpinen Widrigkeiten (Wettersturz, Schneefelder, Steinschlag, schlech­ter Weg ...) rechnen müssen! Angesichts des leider immer wieder anzutreffenden Leichtsinns bitte ich alle Bergfreundinnen und Bergfreunde, diese Minimaltipps zu beherzigen.

Für Neulinge oder Unerfahrene kann es nützlich sein, wenn sie ihre ersten Touren zusammen mit erfahrenen Leuten machen. Aber sucht euch dafür bitte keine Spezis aus, die als erstes damit prahlen, dass sie eine Gletschertour «mit links» machen. Wirklich erfahrene Bergsteiger passen sich den Nöten und Beschwerden der Tourgefährten an und erlauben es durch ihre Ruhe und Sicherheit, dass sich die Neulinge langsam an immer Schwereres herantasten können. Wer keine passenden «Seilgefährten» hat, sollte sich zu Anfang durchaus vor Ort an die Angebote der Einheimischen halten (geführte Wanderungen, geprüfte Wander­füh­rer). Wenn ihr mit etwas beherztem Engagement ein­steigen wollt, schadet es sicher nichts, sich mal das Angebot der SymbolVenediger Bergführer in Prägraten an­zu­sehen bzw. deren Büro aufzusuchen.

Planung

Wenn es sich nicht gerade um einen Spaziergang handelt: ermittelt Wegzeiten und Tourenprofil auf der Basis geeigneter Karten; bewertet ehrlich eure eigene Kondition aber bedenkt die alpine Höhenlage! In der Muckibude fehlen eben nicht die 30% Sauerstoff wie in 3.000 m Höhe! Befragt Einheimische, bleibt dabei aber skeptisch: Die Bergbewohner haben meist eine bessere Kondition! Informiert Gastgeber, Bekannte oder Freun­de über die Tour und die geplante Rückkehrzeit. Stu­diert den Wetterbericht und plant eure Tour danach.

Ausrüstung

Seid immer auf alles gefasst, was euch bei einer langen Tour unterwegs begegnen kann! Immer Regen- Wind- und Kälteschutz mitnehmen; Kleidung  nach dem Zwie­belschalenprinzip: lieber mehrere dünne Sachen zum Übereinandertragen als nur einen dicken, schweren Norwegerpulli mitnehmen! Moderne Funktionskleidung ist leicht! Plastiktüten oder geeignete Säckchen für empfindliche Gegenstände (Foto, Handy...). Erste-Hilfe-Set mit Rettungsfolie (wichtig gegen die Kälte!), Tril­lerpfeife, Taschenlampe für hoffentlich nicht er­for­der­liches Notsignal, Handy - auch wenn man sich nicht aufs Netz verlassen sollte!

Unterwegs

Geht «ökonomisch», d. h. findet euren eigenen Rhyth­mus. Lasst euch von Begleitern nicht hetzen, aber trö­delt auch nicht: wir reden hier im allgemeinen nicht von Spaziergängen! Macht Pausen, wenn euch danach ist und zwingt euch nicht zu stundenlangem Durch­hal­ten. Achtet stets auf die Uhr, vergleicht eure Planung öfters mit der aktuell verstrichenen Zeit. Bei deutlichem Nach­hinken soltet ihr eine Abkürzung oder gar den Abbruch der Tour erwägen. Bei Gewitterlage vor dem Passieren ex­ponierter Stellen kritisch das Wet­ter begutachten; ge­plante Tour nicht variieren, es sei denn, ihr könnt eine Variante kundtun: im Hüttenbuch eintragen oder - falls möglich - mit dem Handy eure Gast­geber bzw. Freunde informieren.

Keine unnützenden Mutproben! Selbstüberschätzung und Leichtsinn sind Ursache für viele schwere Berg­un­fälle!

Danach

Anstrengende Touren noch einmal reflektieren. Was hat Spaß gemacht, wo gab es Probleme? War ich schneller oder langsamer als vorgesehen? Habe ich Muskelkater oder schmerzen die Füße? Gab es Angst machende Stellen? Alle Erfahrung kommt aus dem Tun und dem anschließenden Bessermachen! Seid ehrlich zu euch!