Hinterbichl
Hinterbichl
Berg-
touren
Nützliche Kleinigkeiten
Krimskrams, an den man oft nicht denkt:
Trillerpfeife: Falls wirklich mal etwas passiert: so ein Teil ist tierisch laut!
Dünne Reepschnur - hilft bei gerissenen SchnürÂsenÂkeln, Defekten am RuckÂsack u. ä.
Textilklebeband ist auch recht nützlich für RepaÂraÂturen...
Klopapier: Es reichen ja normalerweise ein paar Blatt, man weiß ja nie. Aber: auch wenn's eklig ist: Papier nicht liegen lassen!
Plastiktüten zum Schutz von wasserempfindlichen GeÂgenständen.
Karabiner: Ein oder zwei kleine Exemplare kann man immer gebrauchen, irgend etwas ist immer zu sichern...
Leatherman® oder ähnliÂches Miniwerkzeug: die Zange daran kann Wunder wirÂken.
Ministativ: Wer jemals versucht hat, schwer schnauÂfend TeleÂaufÂnahÂmen oder Videos zu maÂchen, weiß, wie wertvoll so ein Teil ist.
Sonnencreme: Wird gern vergessen. Und da oben brennt's richtig!
Aschenbecher: Es gibt kleiÂne für die HosenÂtaÂsche, Bergsteiger lasÂsen keine Kippen zurück!
I ♥ HIBI aktualisiert: 27.09.10
Ratschläge?
Nein, ich habe nicht vor, hier einschlägige Literatur zu zitieren, zumal ich auch nicht mit allem einÂverstanden bin, was dort zu lesen ist. Um viele bergspezifische Tipps ranken sich Mythen und altÂhergebrachter Unsinn - ein paar Bemerkungen dazu findet ihr bei den Stories. Für Bergneulinge ist es schwer, die richtigen Ratschläge herÂausÂzufiltern, und alte Hasen wissen sowieso, wo es lang geht. Meine Empfehlung kann nur lauten: «hört» gut in euch hinein und versucht, bei unÂanÂgenehmen Erfahrungen (Muskelkater, ErÂschöpÂfung, Durst, Angst, KälteÂgefühl usw.) die Tour ehrÂlich gedanklich nachzubereiten. Auch die besten Ratschläge erfahrener Bergsteiger bringen euch nicht mit Genuss auf die Kreuzspitze, wenn ihr nicht schwindelfrei seid.
Ich wende mich an diejenigen, die entweder ganz neu in den Bergen sind oder die bis jetzt noch nicht in den hochalpinen Bereich hineinÂgeÂschnuppert haben.
Grundsätzlich ist bei allen hier vorgestellten TouÂren zu beachten, dass wir uns im Hochgebirge befinden, also auch bei den so genannten leichten Touren immer mit typisch alpinen Widrigkeiten (Wettersturz, Schneefelder, Steinschlag, schadhafter Weg usw.) rechnen müssen! Angesichts des leider immer wieder anzutreffenden Leichtsinns bitte ich alle Bergfreundinnen und Bergfreunde, diese Minimaltipps zu beherzigen.
Für Neulinge oder Unerfahrene kann es nützlich sein, wenn sie ihre
ersten Touren zusammen mit erfahrenen Leuten machen. Aber sucht euch
dafür bitte keine Spezis aus, die als erstes damit prahlen, dass sie
eine Gletschertour «mit links» machen. Wirklich erfahrene Bergsteiger
passen sich den Nöten und Beschwerden der Tourgefährten an und
erlauben es durch ihre Ruhe und Sicherheit, dass sich die Neulinge
langsam an immer Schwereres herantasten können. Wer keine passenden
«Seilgefährten» hat, sollte sich zu Anfang durchaus vor Ort an die
Angebote der Einheimischen halten (geführte Wanderungen, geprüfte
WanderÂfühÂrer). Wenn ihr mit etwas beherztem Engagement einÂsteigen
wollt, schadet es sicher nichts, sich mal das Angebot der
Venediger Bergführer in Prägraten anÂzuÂsehen bzw. deren
Büro aufzusuchen.
Wenn es sich nicht gerade um einen Spaziergang handelt: ermittelt Wegzeiten und Tourenprofil auf der Basis geeigneter Karten; bewertet ehrlich eure eigene Kondition aber bedenkt die alpine Höhenlage! Jenseits von 2.500 m spüren die meisten schon, dass die Luft dünner wird. Befragt Einheimische, bleibt dabei aber skeptisch: Die Bergbewohner haben meist eine bessere Kondition! Informiert Gastgeber, Bekannte oder FreunÂde über die Tour und die geplante Rückkehrzeit. StuÂdiert den Wetterbericht und plant eure Tour danach.
Seid immer auf alles gefasst, was euch bei einer langen Tour unterwegs begegnen kann! Immer Regen- Wind- und Kälteschutz mitnehmen; Kleidung nach dem ZwieÂbelschalenprinzip: lieber mehrere dünne Sachen zum Übereinandertragen als nur einen dicken, schweren Norwegerpulli mitnehmen! Moderne Funktionskleidung ist leicht! Nehmt Plastiktüten oder geeignete Säckchen für empfindliche Gegenstände (Foto, Handy...) aber auch Müll mit. Wichtig sind auch Erste-Hilfe-Set mit Rettungsfolie (wichtig gegen die Kälte!), TrilÂlerpfeife, Taschenlampe für hoffentlich nicht erÂforÂderÂliches Notsignal, Handy - auch wenn man sich nicht überall aufs Netz verlassen kann!
Geht «ökonomisch», d. h. findet euren eigenen RhythÂmus. Startet bewusst langsam zum Warmwerden und findet ein Tempo, das ihr den ganzen Tag durchhalten könnt - wer langsam geht, kommt besser an! Lasst euch von Begleitern nicht hetzen, aber tröÂdelt auch nicht: wir reden hier im allgemeinen nicht von Spaziergängen! Macht Pausen, wenn euch danach ist und zwingt euch nicht zu stundenlangem DurchÂhalÂten. Aber: wer dauernd stehen bleiben muss, geht zu schnell! Vergesst das Trinken nicht: Höhenluft ist trocken! Achtet bei längeren Touren stets auf die Uhr, vergleicht eure Planung öfters mit der aktuell verstrichenen Zeit. Bei deutlichem NachÂhinken soltet ihr eine Abkürzung oder gar den Abbruch der Tour erwägen. Bei Gewitterlage vor dem Passieren exÂponierter Stellen kritisch das WetÂter begutachten; geÂplante Tour nicht variieren, es sei denn, ihr könnt eine Variante kundtun: im Hüttenbuch eintragen oder - falls möglich - mit dem Handy eure GastÂgeber bzw. Freunde informieren.
Keine unnützenden Mutproben! Selbstüberschätzung und Leichtsinn sind Ursache für viele schwere BergÂunÂfälle!
Anstrengende Touren noch einmal reflektieren. Was hat Spaß gemacht, wo gab es Probleme? War ich schneller oder langsamer als vorgesehen? Habe ich Muskelkater oder schmerzen die Füße? Gab es Angst machende Stellen? Geht die Tour noch einmal auf der Karte durch und versucht, ein Gespür fürs Kartenstudium und Gehzeiten zu bekommen. Alle Erfahrung kommt aus dem Tun und dem anschließenden Bessermachen! Seid ehrlich zu euch!