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Tour mit den Venediger Bergführern.

 

 

 

I ♥ HIBI aktualisiert: 04.05.12
(CSS3)

Alpenkönigroute

Bergeinsamkeit pur auf einem nicht markierten Steig.

Die so genannte Alpenkönigroute ist sicherlich eine der schönsten Touren über dem Virgental, wenn man Bergeinsamkeit pur und wilde, stets wechselnde Landschaftsbilder und Ausblicke sucht. Die Einsamkeit beruht auch darauf, dass die Route nicht markiert und nicht ausgewiesen ist, nur so konnte diese fast unberührte Naturlandschaft erhalten bleiben.

Im Gegensatz zu anderen Tourenbeschreibungen auf diesen Seiten erläutere ich hier die Tour nicht im Detail, weil ich niemanden dazu veranlassen will, die Strecke auf eigene Faust unter die Stiefel zu nehmen. In älteren, aber auch in aktuellen Karten ist die Route eingezeichnet, die Abbildung ist aber durchgängig zu ungenau, als dass man sich auf sie verlassen sollte. An einigen Stellen in dem hauptsächlich weglosen Gelände entscheiden oft wenige Meter darüber, ob man sich auf der richtigen Spur befindet.

Wir starten gleich nach einem zeitigen Frühstück auf der Essener-Rostocker-Hütte. Im fahlen Morgenlicht folgen wir dem markierten Steig unterhalb des Rostocker Ecks talauswärts. Eine schöne Strecke zum langsamen Warmlaufen, denn es geht fast eben hinaus. Wo die Wegführung rechts zum das Rostocker Eck einbiegt, verlassen wir die markierte Strecke und gehen auf schmaler Trittspur weiter geradeaus.

Nach etwa einer Dreiviertelstunde erreichen wir den Malham-Bach, der durch einen tief ein­geschnittenen Graben von den weit oben liegenden Gletschern herabfließt. Bald nach der Überschreitung des Baches und dem Passieren einer verschlafen wirkenden Hirtenhütte kommen wir zum ersten anstrengenden Teilstück des Tages. Über eine steile Wiesenflanke, die kurz einmal von einer felsigen Kante mit kleinen Kletterstellen (und Absturzgefahr!) unterbrochen wird und auf der sich die Trittspur allmählich verliert, geht es weglos in einem Rechtsbogen auf die Quirlwand.

Gute zwei Wegstunden haben wir nun hinter uns gebracht. Auf einem schmalen Aussichtsplätzchen mit steilen Felsabstürzen nach Norden hin gönnen wir uns ein Zweitfrühstück und können in aller Ruhe zum ersten Mal die Blicke schweifen lassen. Allmählich treten nun überall hinter den nächsten Bergkämmen die weißen Gletscherdächer hervor, und die 300 m tiefer liegende Hütte scheint nun schon endlos weit weg

Der folgende Wegabschnitt entlang der Quirlwand zeigt nur mäßige Höhenunterschiede, aber der Steig zieht sich, und wenn wir die Hochkarscharte (ca. 2.900 m) erreicht haben, waren wir etwa 4 Stunden unterwegs und haben ungefähr die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht. Wir steigen wieder etwas ab und passieren das Hochkar im oberen Bereich entlang eines wüstenähnlichen Sandhangs. Dann geht’s auf die Hohe Grubenscharte, wiederum auf fast 2.900 m hinauf.

Toureninfo

Sehr gute Ausdauer erforderlich!Anstrengende Ganztagestour, mit vielen Auf- und Abstiegen und damit reichlich Hö­henmetern! Sehr gute Ausdauer erforderlich, besonders, wenn noch bis ins Tal abgestiegen wird. Zeit: Essener-Rostocker Hütte bis Clarahütte: ca. 7½h.

Etwas Beherztheit wäre gut!Die kleine Kletterstelle unterhalb der Quirlwand und der Steilhang über dem Umbaltal sind nicht jedermanns Sache.

Für Geübte!Man muss sich in allen Geländeformen (außer Gletscher) trittsicher bewegen können. Schwindel­freiheit schadet nicht. Wer es wagt, die Tour ohne Bergführer zu gehen, muss über ausgezeichnete Orientierungsfähigkeit verfügen, Karten lesen und Geländeformen erkennen können. Die Gefahr des Versteigens ist sehr groß, was auf Teilen der Strecke fatale Folgen haben könnte!

 

Unser Blick fällt hinab in die Hohe Gruben mit den kleinen, sagenhaft einsamen Bergseen, in denen sogar kleine Fische schwimmen sollen. Ungläubig erfassen wir den weiteren Verlauf des Steigs. Durch einen extrem steilen Hang, der fast unbezwingbar scheint, steigen wir langsam und vorsichtig zur Hohen Gruben hinab. Über karge Grasmatten nähern wir uns der kleinen Seen­landschaft, die uns sogleich mit einem echten Sandstrand überrascht. Mit etwas Phantasie können wir uns die Berge weg- und eine lauschige Caipirinha-Bar hinzudenken. 5½ Stunden waren wir jetzt unterwegs, und das idyllische Plätzchen lädt uns jetzt zu einer zünftigen Mittagspause ein. Bis zur Clarahütte werden wir jetzt noch gute 2 Stunden benötigen.

Wieder einmal heißt es «aufsteigen». Wir müssen um den Sporn des Schinagl herum, für eine halbe Stunde lang kommen wir noch einmal ein bisschen ins Schnaufen.

Bald öffnet sich das Umbaltal mit einem fan­tastischen Blick auf die Rötspitze, und entlang eines rutschigen Hangs, der sich hunderte Meter über dem Tal recht abschüssig wölbt, erreichen wir eine weitere Muldenlandschaft – die Stein­grube. Etwas links unseres Wegs fällt eine merk­würdige Felsformation auf, die wie ein monströses Schneckenhaus aus dem Boden steigt.

Danach geht’s nur noch bergab – und das recht steil. Für eta 200 Höhenmeter «quälen» wir uns durch raues Gelände mit vielen Stolperfallen und hohen Tritten. Die Clarahütte kommt in Sicht – Durst und Hunger werden aber ein bisschen auf die Probe gestellt – der Steilabstieg zieht sich.

Bei der Rast auf der Hütte merken wir, was wir geschafft haben. Die Beine sind etwas schwer geworden, und die Versuchung ist groß, in der warmen Sonne den Tag ausklingen zu lassen. Wer’s jetzt gemütlich mag, nimmt auf der Hütte Quartier, normalerweise quält man sich aber noch die knappen 2 Stunden ins Tal nach Ströden hinab.