Hinterbichl
Hinterbichl
Berg-
touren
Großglockner 3.798 m
Österreichs höchstem Berg auf's Haupt
Die Besteigung von Österreichs höchstem Gipfel wird im Normalfall zwei Tage in Anspruch nehmen. Eine mögliche Variante sieht die Übernachtung auf der Stüdlhütte vor.
Am ersten Tag fahren wir von Kals aus über die mautpflichtige Kalser Glocknerstraße zum Lucknerhaus und stellen dort das Auto ab. In etwa 3 Stunden gehen wir über die Lucknerhütte zur Stüdlhütte in 2.800 m Höhe, wo wir übernachten.
Der zweite Tag beginnt relativ gemütlich. Nur mäßig steigend geht es in etwa 1½ Stunden über das Ködnitzkees (Gletscher: Anseilpflicht!) zu einem schroffen Felssporn, der zur Adlersruhe aufstrebt. In einer knappen Dreiviertelstunde klettern wir in z. T. großen Tritten auf dem meist seilversicherten Steig zur Erzherzog-Johann-Hütte (3.454 m) auf.
Nach einer Verschnaufpause geht es nun bald über das 35° steile Glocknerleitl, ein Schnee- und Firnfeld, auf dem wir Steigeisen und Pickel benötigen. Nach etwa einer Stunde erreichen wir den Felsaufbau des Kleinglockners mit eingerammten Stahlstangen zur Fixierung des Seils. In steiler Kletterei geht es dann zur Gipfelschneide des Kleinglockners, die – je nach Wetterbedingungen – von einer mehr oder weniger ausgeprägten Wechte gekrönt ist. Diese wird möglichst weit links betreten, denn rechts droht das Abbrechen und somit ein kilometertiefer Absturz!
Spätestens auf dem Kleinglockner werden wir eine staubedingte Pause einlegen müssen. Es geht dann weiter über das etwa acht Meter lange und nur ein paar Hände breite, sehr ausgesetzte Glocknerschartl, das gerne vereist und somit sehr adrenalinträchtig ist!
In einer weiteren halben Stunde führt eine ausgesetzte Kletterei über zunächst recht glatten, dann aber gut gestuften Fels steil auf den Gipfel des Großglockners.
Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg und ist relativ anstrengend, da weite Passagen abgeklettert werden müssen! Wenn man dann am frühen Abend wieder am Parkplatz ist, weiß man, was man geschafft hat!
Toureninfo
Anstrengende Gipfeltour mit unterschiedlichen Anforderungen an die
Kondition, je nachdem, von welchem Stützpunkt aufgestiegen wird und wie die Tagesetappen
geplant werden. Die Tour geht weit über die 3.000m-Grenze und kann für Leute aus den
tieferen Regionen oder für schlecht Akklimatisierte Atemprobleme mit sich bringen!
Zeiten: Von der Stüdlhütte zur Erzherzog-Johann-Hütte: 2h - 2½h; von
der Erzherzog-Johann-Hütte auf den Gipfel: 1½h bis 2h. (Siehe aber Hinweis
«Staugefahr» unten!) Höhenmeter: Stüdlhütte -
Erzherzog-Johann-Hütte: ca. 650 Höhenmeter; weiter auf den Gipfel ca. 350
Höhenmeter.
Viele
ausgesetzte Stellen, jähe Abgründe! Die Überschreitung der Schneide am
Kleinglockner und das Passieren des Glocknerschartls erfordern Beherztheit!
Nur für wirklich Geübte! Man muss sich sicher in allen
alpinen Geländeformen bewegen können! Die Verhältnisse am Großglockner werden extrem
von Jahreszeit und Wetter bestimmt! Gletscher, Altschnee, Neuschnee, Eis und Felsen
müssen sicher beherrscht werden. Der Umgang mit Steigeisen und Pickel sollte nichts
Neues sein! Kletterkenntnisse sind erforderlich!
Die Tour darf nur innerhalb einer wirklich kompetenten
Seilschaft oder mit einem Bergführer unternommen werden!
I ♥ HIBI aktualisiert: 19.04.10
Staugefahr!
Am kürzesten fällt der Gipfelaufstieg aus, wenn auf der Erzherzog-Johann-Hütte («Adlersruh») in 3.354m Höhe übernachtet und am nächsten Tag losgegangen wird. Dann allerdings reiht man sich in die Scharen der anderen Gipfelstürmer ein, die sich dann mit ziemlicher Sicherheit im Weg stehen!
Etwas einsamer kann man es haben, wenn man die längere Variante wählt und die Stüdlhütte (2.800 m) als Basislager wählt. Man erreicht den Gipfel etwas später, muss allerdings auch damit rechnen, dass viele Seilschaften noch auf dem Rückweg sind. Auf jeden Fall muss am Großglockner mit Stau gerechnet werden.