Potenzial für Adrenalin!
Die Ersteigung der Kreuzspitze (3.164 m) ist wirklich nichts für Ängstliche!
Ausgehend von der Sajathütte stapfen wir in den Hintergrund des Sajatkars mühsam über feinen Schutt und eventuell auch Schneereste. Schließlich stehen wir vor einer fast senkrechten Wand, die zu überwinden ist. Einige Dutzend Höhenmeter werden auf einem mit Drahtseilen versicherten herausgesprengten Steig bewältigt. Akute Absturz- und Lebensgefahr! Wer sich nicht absolut sicher fühlt, sollte hier unbedingt eine Klettersteigausrüstung einsetzen! Wenn weitere Bergsteiger in der Wand sind, besteht Steinschlaggefahr, es gilt also höchste Aufmerksamkeit und Konzentration!
Nach der Durchsteigung der Wand geht es für einige Minuten über eine kleine Wiesenmatte mit einem tief ausgetretenen Weg der etwas stolpergefährlich ist. An einer scharfen Kante blicken wir über die imposante Schernersschlucht hinweg in das 1 km tiefer liegende Hinterbichler Dorfertal. Weiter geht es auf einem je nach Wetterbedingungen mehr oder weniger rutschigen, spürbar ins Sajatkar abfallenden Felshang weiter zum unscheinbaren Schernerskopf (3.043 m, Steinmann), den wir als kleinen Dreitausender dankbar mitnehmen. Die Kreuzspitze scheint nun zum Greifen nah, und über einen recht breiten Sattel spazieren wir unschwer zum Gipfelaufbau. Über einen gelegentlich mit Schneeresten verzierten Schutthang und zum Schluss durch gut gestuften Fels steigen wir in weniger als einer halben Stunde zum Gipfel mit Gipfelkreuz und Gipfelbuch.
Aus dem Norden glänzt das Gletscherdach des Großvenedigers herüber. Obwohl dieser Gipfel noch einen halben Kilometer höher ist, fühlen wir uns doch auf Augenhöhe mit ihm. Bei klarer Sicht erblicken wir auch mit bloßem Auge die Seilschaften auf dem Gletscher. Im Süden wirkt der dunkle Lasörlingkamm fast zierlich – weit reicht der Blick über ihn hinweg bis in die Dolomiten. Auch Österreichs höchster Gipfel zeigt sich: im Osten lugt zwischen den Spitzen von Hohem Eichham und Wunspitze der Großglockner hervor.
Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg, es sei denn, man wählt eine der auf der rechten Seite aufgeführten Varianten.
Anstrengende
Tour! Wenn man aus dem Tal aufsteigt und auch wieder absteigen will, kommen für die
Grundvariante leicht 7 bis 8 Stunden zusammen! Zeiten: Sajathütte -
Kreuzspitze 2h bis 2½h; Abstieg ca. 1½h; Höhenmeter: Sajathütte -
Kreuzspitze 560m.
Das kurze,
fast senkrechte,
ausgesetzte Wandstück im Anfangsteil des Anstiegs darf man nur gehen, wenn
man sehr luftige Passagen gewohnt ist. Lebensgefahr! Auch die Querung
unterhalb des Schernerskopf ist nicht ohne!
Absolute
Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, Aufmerksamkeit und Konzentration
sind überlebenswichtig! Das Wandstück ist nicht von schlechten Eltern und
steinschlaggefährdet, wenn andere vor uns steigen! Jede(r) muss sich mit absoluter
Sicherheit auf teilweise sehr schmalem Steig auch im Abstieg bewegen können. Wer sich
auch nur ein bisschen komisch fühlt, sollte ein Klettersteigset einsetzen! Richtiges
Selbsteinschätzen vermindert die objektiv bestehende Lebensgefahr! Nur für
wirklich Geübte!!!
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Normalerweise – wie in den meisten Wanderkarten verzeichnet – bleibt
einem nur der gleiche Weg zurück. Das ist weniger schön, denn der Steilabstieg ist
äußerst mühsam und kräftezehrend. Eine über mehrere Jahre wenig begangene Variante
erfreut sich inzwischen wieder etwas mehr Beliebtheit und ist auch wieder besser
markiert. Der Abstieg führt nach Norden ins Dorfertal zur Johannishütte. Vom Kreuzspitzgipfel sind am
Nordabhang die Wegmarkierungen (rote Farbtupfer) auf dem schuttartigen Gelände zu
erkennen. Äußerst vorsichtig (Rutschgefahr) folgen wir den verstreuten Markierungen.
Bei guter Sicht und trockenen Verhältnissen ist dieser Weg unschwierig, wenn auch
mühsam! In einer knappen Stunde geht es meist weglos auf den Venediger-Höhenweg
zwischen Johannishütte und Eisseehütte. Zeit: Kreuzspitze –
Johannishütte ca. 2h.
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Für wirklich Unzerstörbare gibt es 2 Varianten, die sehr gute
Ausdauer erfordern! Wie in Variante 1 von der Kreuzspitze zunächst in etwa 1h
hinab auf den Venediger Höhenweg. Dann entweder in weiteren 1½h bis 2h über die
Zopetscharte zur Eisseehütte oder in etwa 1½h
über die Sajatscharte zurück zur Sajathütte. In beiden Fällen sollte man zeitlich
berücksichtigen, dass man eventuell auch noch ins Tal absteigen will.
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Über Tulpspitze und Zopetscharte.
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Überschreitung der Sajatköpfe.
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«Normalanstieg»:
Wer partout risikoarm auf die Kreuzspitze will, kann über den so genannten Normalaufstieg sehr mühsam über die Nordflanke aufsteigen. Das entspricht dem in Variante 1 aufgezeichneten Abstieg in Gegenrichtung. Gehzeit von der Johannishütte: 3h bis 3½h, etwa 1.050 Höhenmeter. Im Aufstieg nicht sehr lohnend.