Hinterbichl
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Berg-
touren

I ♥ HIBI aktualisiert: 18.04.10
Kreuzspitze 3.164 m
Potenzial für Adrenalin!
Die Ersteigung der Kreuzspitze (3.164 m) ist wirklich nichts für Ängstliche!
Ausgehend von der Sajathütte stapfen wir in den Hintergrund des Sajatkars mühsam über feinen Schutt und eventuell auch Schneereste. Schließlich stehen wir vor einer fast senkÂrechten Wand, die zu überwinden ist. Einige Dutzend Höhenmeter werden auf einem mit Drahtseilen versicherten herausgesprengten Steig bewältigt. Akute Absturz- und LebensÂgefahr! Wer sich nicht absolut sicher fühlt, sollte hier unbedingt eine Klettersteigausrüstung einsetzen! Wenn weitere Bergsteiger in der Wand sind, besteht Steinschlaggefahr, es gilt also höchste Aufmerksamkeit und KonzenÂtration!
Nach der Durchsteigung der Wand geht es für einige Minuten über eine kleine Wiesenmatte mit einem tief ausgetretenen Weg der etwas stolpergefährlich ist. An einer scharfen Kante blicken wir über die imposante ScherÂnersÂschlucht hinweg in das 1 km tiefer liegende Hinterbichler Dorfertal. Weiter geht es auf einem je nach Wetterbedingungen mehr oder weniger rutschigen, spürbar ins Sajatkar abfallenden Felshang weiter zum unscheinbaren Schernerskopf (3.043 m, Steinmann), den wir als kleinen Dreitausender dankbar mitnehmen. Die Kreuzspitze scheint nun zum Greifen nah, und über einen recht breiten Sattel spazieren wir unschwer zum Gipfelaufbau. Über einen gelegentlich mit Schneeresten verzierten SchuttÂhang und zum Schluss durch gut geÂstufÂten Fels steigen wir in weniger als einer halben Stunde zum Gipfel mit Gipfelkreuz und GipfelÂbuch.
Aus dem Norden glänzt das Gletscherdach des Großvenedigers herüber. Obwohl dieser Gipfel noch einen halben Kilometer höher ist, fühlen wir uns doch auf Augenhöhe mit ihm. Bei klarer Sicht erblicken wir auch mit bloßem Auge die Seilschaften auf dem Gletscher. Im Süden wirkt der dunkle Lasörlingkamm fast zierlich – weit reicht der Blick über ihn hinweg bis in die Dolomiten. Auch Österreichs höchster Gipfel zeigt sich: im Osten lugt zwischen den Spitzen von Hohem Eichham und Wunspitze der GroßÂglockner hervor.
Der Abstieg erfolgt auf dem Anstiegsweg, es sei denn, man wählt eine der auf der rechten Seite aufgeführten Varianten.
Toureninfo
Anstrengende Tour! Wenn man aus dem Tal aufÂsteigt und auch wieder absteigen
will, kommen für die Grundvariante leicht 7 bis 8 Stunden zuÂsamÂmen!
Zeiten: Sajathütte - Kreuzspitze 2h bis 2½h; Abstieg ca. 1½h;
Höhenmeter: Sajathütte - KreuzÂspitze 560m.
Das kurze, fast senkrechte,
ausgesetzte WandÂstück im AnÂfangsÂteil des Anstiegs darf man nur gehen, wenn man
sehr luftige Passagen gewohnt ist. Lebensgefahr! Auch die Querung
unterhalb des Schernerskopf ist nicht ohne!
Absolute
Trittsicherheit, Schwindelfreiheit, AufÂmerkÂsamkeit und Konzentration
sind überlebensÂwichtig! Das Wandstück ist nicht von schlechten ElÂtern und
steinschlaggefährdet, wenn andere vor uns steigen! Jede(r) muss sich mit absoluter
SiÂcherÂheit auf teilweise sehr schmalem Steig auch im Abstieg bewegen können. Wer sich
auch nur ein bissÂchen komisch fühlt, sollte ein Klettersteigset einsetzen! Richtiges
Selbsteinschätzen vermindert die objektiv bestehende Lebensgefahr! Nur für
wirklich Geübte!!!
Abstiegsvarianten
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Normalerweise – wie in den meisten
WanÂderÂkarten verzeichnet – bleibt einem nur der gleiche Weg zurück. Das ist weniger
schön, denn der SteilÂabstieg ist äußerst mühsam und kräftezehrend. Eine über mehrere
Jahre wenig begangene Variante erÂfreut sich inzwischen wieder etwas mehr Beliebtheit und
ist auch wieder besser markiert. Der Abstieg führt nach Norden ins Dorfertal zur Johannishütte. Vom Kreuzspitzgipfel sind am Nordabhang
die WegÂmarkierungen (rote Farbtupfer) auf dem schuttartigen Gelände zu erkennen. Äußerst
vorsichtig (RutschÂgefahr) folgen wir den verstreuten Markierungen. Bei guter Sicht und
trockenen Verhältnissen ist dieser Weg unschwierig, wenn auch mühsam! In einer knappen
Stunde geht es meist weglos auf den Venediger-Höhenweg zwischen Johannishütte und
EisÂseehütte. Zeit: Kreuzspitze – Johannishütte ca. 2h.
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Für wirklich Unzerstörbare gibt es 2
VarianÂten, die sehr gute Ausdauer erfordern! Wie in VaÂriante 1 von der
Kreuzspitze zunächst in etwa 1h hinab auf den Venediger Höhenweg. Dann entweder in
weiteren 1½h bis 2h über die Zopetscharte zur EisÂseehütte oder in etwa 1½h über die Sajatscharte
zurück zur Sajathütte. In beiden Fällen sollte man zeitÂlich berücksichtigen, dass man
eventuell auch noch ins Tal absteigen will.
Noch mehr Varianten
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Über Tulpspitze und Zopetscharte:
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Herzklopfen und Adrenalin:
Überschreitung der Sajatköpfe...
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«Normalanstieg»:
Wer partout auf die Kreuzspitze will und den KletÂtersteig scheut, kann über einen so genannten NorÂmalÂaufstieg sehr mühsam über die Nordflanke aufÂsteigen. Der Anstiegsweg entspricht dem in Variante 1 aufgezeichneten Abstieg in umgekehrter Richtung. Gehzeit von der Johannishütte: 3h bis 3½h, etwa 1.050 Höhenmeter. Im Aufstieg nicht sehr lohnend.