Hinterbichl
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Berg-
touren
Wo ist Muhs?
Die Geografen des Virgentals sind sich nicht ganz einig, wie die Anhöhen zwischen dem Bergersee und dem Lasnitzenalmtal nun wirklich zu benennen sind. Die Bezeichnungen «Muhs», «Muhskopf» und «Muhsköpfl» gehen auf den verschiedenen Wanderkarten wild durcheinander. Nach dem offiziellen österreichischen Kartenwerk heißt der südlich stehende Gipfel mit 2.561m Muhskopf. Das passt damit zusammen, dass der etwas niedrigere Gipfel im Norden auf dem dort aufgestellten Panoramatisch Muhsköpfl genannt wird und mit 2.490m ausgewiesen ist.
Muhsüberschreitung
Von der Bergerseehütte zur Galteckscharte und über die Muhsköpfe.
Habt ihr schönes, neues Schuhwerk? Dann heißt es Abschied nehmen von blanken Stiefeln, denn auf den Muhshöhen wächst sehr gutes Gras, was die Schafe dazu veranlasst, den ganzen Sommer dort zu verbringen. Der Boden ist dann sehr bald mit würzigen Naturprodukten bedeckt, denen praktisch nicht auszuweichen ist.
Wenn ihr dennoch das bekannte Muhspanorama von einem etwas höher gelegenen Logenplatz genießen wollt, empfehle ich diesen etwas abenteuerlichen Weg über die Muhsköpfe.
Toureninfo
Anstrengende Ganztagestour auf einem abenteuerlichen
Weg mit schönen Aussichten. Zeiten: Prägraten - Bergerseehütte 2½h;
Bergerseehütte - Muhsköpfl ca. 1¾h; Abstieg 2h bis 2½h; Höhenmeter:
Prägraten - Bergerseehütte ca. 900m Aufstieg; Bergerseehütte - Muhskopf ca. 380m
Aufstieg, insgesamt ca. 1.280 Höhenmeter, die auch wieder abgestiegen werden
müssen.
Einige Passagen über dem
Bergersee und hoch über dem Lasnitzenalmtal erscheinen manchen fast
ausgesetzt. Empfindliche müssen hier vielleicht ein paar Mal tief durchatmen.
Der Weg zur Galteckscharte ist an anderer Stelle
beschrieben. Die Kammüberschreitung fordert - wie auf einem Wegweiser ausgewiesen -
Trittsicherheit. Der Pfad am Abhang ist teilweise nur schuhbreit, einzelne
Stellen sind oft weggespült, d. h. Abrutschgefahr nach Lasnitzen hin! Auch
Versteigen möglich, da weite Strecken unmarkiert und nicht immer gleich
ersichtlich sind. Einzelne kleine Köpfchen und Vorsprünge haben steile Abstürze!
Nach dem Aufstieg zur Bergerseehütte steigen wir in etwa 1 Stunde vorsichtig auf dem unterspülten und untergrabenen (Murmeltiere!) Steig zur Galteckscharte. Dort zeigt ein Wegweiser mit dem Vermerk «Trittsicherheit» nach Norden in Richtung Muhsköpfl. Diesen Hinweis sollte man ernst nehmen, denn der schmale, oft nur fußbreite Pfad erfordert sicheres Steigen. Je nachdem, wie das Wetter zugeschlagen hat, sind einzelne Stellen abgerutscht, mitunter muss man auch weglose Passagen überwinden. Auch wenn die beiden Muhsköpfe stets die Richtung vorgeben, besteht durchaus die Gefahr des Versteigens. Markierungen sind nur ganz selten vorhanden und manche Trampler führen in die Irre.
Die Konzentration fällt aber leicht, da kaum noch Höhenmeter zu überwinden sind. Nach dem Muhskopf (2.561 m) steigen wir in einen kleinen Sattel ab und stapfen dann durch rutschigen Schafdung gemächlich zum Muhsköpfl (2.490 m) auf. Falls uns die Schafe nicht belästigen, können wir uns an einem außergewöhnlichen Rastplatz ausruhen. In einen runden Holztisch haben die Einheimischen das überwältigende Panorama geschnitzt. Wir befinden uns jetzt etwa 120 m über dem höchsten Punkt des Muhswegs und sehen von hier aus alles noch viel besser ;-)
Am Beginn des Abstiegs ist noch einmal Umsicht gefordert. Auf steilem, teilweise rutschigen Steig geht es zur Zopatnitzenalpe herab (ca. 20 Minuten), dort biegt der Muhsweg von der Bergerseehütte kommend ins Lasnitzenalmtal ab.
In etwa einer Stunde erreichen wir die Lasnitzenhütte, und von hier aus sind wir in einer weiteren Stunde wieder in Prägraten oder Hinterbichl.
I ♥ HIBI aktualisiert: 19.04.10