Erläuterung zu meinen Bewertungskriterien.
Es ist schwierig, Bergtouren objektiv zu bewerten. Viele Wanderbücher beschränken sich auf «leicht», «mittel» und «schwierig». Man muss dann aus dem Text selbst entnehmen, ob einem eine Tour zusagt oder nicht.
Gerade beim Bergwandern oder leichten Bergsteigen spielen individuelle, subjektive Faktoren eine starke Rolle. Ich versuche, auf diese Faktoren ein bisschen einzugehen und klassifiziere die von mir selbst begangenen Routen aus eigenem Empfinden und vor allen Dingen auch aus Gesprächen in denen ich meine Touren anderen Bergfreunden erklärt habe. So werde ich oft gefragt, ob man für eine Tour eine sehr gute Kondition braucht und ob es auf der Tour «haarige» Stellen gibt. Die Antworten darauf versuche ich in den beiden Kategorien Ausdauer und Mut zusammen zu fassen. Statt Mut könnte man auch Risiko oder Angstfaktor sagen, ich denke, ihr wisst, was ich meine. Die Kategorie Erfahrung begreift sich als ein wenig objektiver, hier spielen Wegverhältnisse und ähnliches eine Rolle, aber auch eigenes Erleben und Empfinden aus über zwanzig Jahren Bergwandern und Bergsteigen.
Alle Touren auf diesen Seiten sind in den 3 Kategorien in jeweils 3 Stufen klassifiziert. Durch grüne, gelbe und rote Symbolik ist der Charakter jeder Tour sozusagen auf einen Blick erfassbar.
Bergsteigen und Bergwandern bedürfen immer einer gewissen Grundkondition und Ausdauer, die auch bei den leichtesten Touren vorausgesetzt werden muss! Das Bergauf- und Bergabgehen sollte keine Mühsal sein, und einen Rucksack in angemessener Größe sollte man auch ohne Murren tragen können!
Solche Touren
erfordern die Grundkondition. Die Touren dauern nur in Einzelfällen mehr als 4 Stunden
und überwinden in der Regel auch nicht so schrecklich viele Höhenmeter. Man kann solche
Touren weiter entschärfen, indem man sich einfach länger Zeit lässt.
Hier muss man
damit rechnen, einen ganzen Tag bergauf und bergab unterwegs zu sein. Eine erhöhte
Anforderung an Kondition und Ausdauer ergeben sich aus den längeren Strecken, mehr
Höhenmetern und der Notwendigkeit, einen etwas schwereren Rucksack (Getränk!) mitnehmen
zu müssen.
Solche Touren
sind auf alle Fälle stramme Touren, die für manche schon die Grenze einer normalen
Tagestour überschreiten! Bei widrigen Wetterverhältnissen oder Konditionseinbrüchen
kann man dabei in Schwierigkeiten geraten, falls keine Abkürzungs- oder
Abbruchmöglichkeit besteht.
Die Kategorie Mut zielt bewusst auf das subjektive Empfinden und soll anzeigen, ob es auf solchen Touren Stellen mit einem erhöhten «Angstfaktor» oder einem subjektiv empfundenen Risiko gibt. Klassische Angstmacher sind Steilhänge mit schmalem Steig, ausgesetzte und seilversicherte Stellen, Schneefelder u. ä.
Bei diesen
Touren behaupte ich guten Gewissens, dass niemand, der schon einmal in den Bergen war,
problematische Stellen finden wird.
Auf dieser
Tour gibt es eine oder mehrere Stellen, die schwierig zu überwinden sein könnten. Etwa
eine felsige Stelle mit Seilsicherung, ein steiler Felsabsturz, ein schräges Schneefeld
oder eine harmlose Kletterstelle. Auf alle Fälle verweist das gelbe Mutsymbol auf
Stellen, die manch einen zum Umkehren nötigen könnten.
Hier gibt es
problematische Stellen mit offensichtlicher Absturz- und damit Lebensgefahr. Zur
notwendigen Beherztheit gehört hier unbedingt Sicherheit. Ein rotes
sollte
jeden ohne Bergerfahrung stoppen, deswegen gibt es auf meinen Seiten auch nie
ein
ohne
ein
!
Bei einer solchen Tour bedeutet rechtzeitiges Umkehren keine Schande!
Überschätzung und Leichtsinn sind leider sehr große Unfallursachen in den
Bergen!!!
I ♥ HIBI aktualisiert: 21.05.12
(CSS3)
Oft liest man in den Bergen Hinweisschilder «Nur für Geübte». Auch diese Einschätzung unterliegt nur subjektiven Faktoren. Erfahrung hat etwas damit zu tun, wie jemand einen Weg einschätzen kann, sich auf unvorhergesehene Ereignisse (Weg schlechter als beschrieben, Wettersturz u. ä.) einstellen kann, aber auch damit, wie sehr man mit dem Gehen in unwegsamem Gelände (Geröllfelder, holprige Felssteige...) vertraut ist.
Einfache
Tour! Ein leichte Wanderung über gut ausgebaute und ausgewiesene Wege. Besondere alpine
Erfahrungen sind nicht erforderlich, jedoch gilt hier natürlich der generelle
Grundsatz, dass in den Bergen alle Wege mit Umsicht und Aufmerksamkeit
zu gehen sind. Ich selbst bin auch schon mal auf breitem Weg über eine Baumwurzel
gestolpert...
Nichts für
Anfänger! Voraussetzung ist auf alle Fälle Trittsicherheit, d.h. die Fähigkeit, in
unwegsamem und abschüssigem Gelände jeden Schritt sicher und im Gleichgewicht auch auf
kleine Unterlagen zu setzen. Eventuell gibt es hier auch schon Stellen, die
Orientierungsfähigkeit fordern, weil Wegweiser über den Winter abhanden
gekommen oder Markierungen schlecht lesbar sind. Außerdem sollte man auch ein
Gefühl für das Wettergeschehen haben - wer zittert schon gern in einem Gewitter...
Nur
für Geübte! Unwegsames Gelände, steile Abstürze, fehlende Markierungen oder
Wegweiser erfordern höchste Aufmerksamkeit und Orientierungsfähigkeit. Eine so
markierte Tour bedarf über lange Strecken äußerster Konzentration und ist das extreme
Gegenteil eines Spazierganges!